Verlustwinkel

Ein material, das gemischt konduktive und dielektrische Verluste aufweist, charakterisiert man mit dessen Verlustwinkel bzw. dessen Tangens.

invert_dark|300

%%🖋 Edit in Excalidraw%%

Der Verlustwinkel ist ein Maß zur GĂŒte von reaktiven Bauelementen (InduktivitĂ€t, KapazitĂ€t). Mit ihm lĂ€sst sich das VerhĂ€ltnis des Reakiven anteils zum Resistiven anteil ausdrĂŒcken.

Dielektrische Materialien

#Elektrodynamik

Verluste in einem dielektrischen Medium können zwei Ursachen haben:

  • Intrinsischer Leitwert : Ein Dielektrikum soll idealerweise nichtleitend sein. Kann sich jedoch ein gewisser Teil der polarisierenden Ladungen frei bewegen, weist das Material eine gewisse LeitfĂ€higkeit auf. Dadurch baut sich die FeldstĂ€rke im Material zu einem Teil ab.
  • DĂ€mpfung des Dipolmomentes: In einem Material, das in ein Wechselndes E-Feld eingebracht ist, schwingen die Dipole mit. Die Dipole weisen eine gewisse LadungstrĂ€gheit auf. Ist diese im VerhĂ€ltnis zur Frequenz des Feldes sehr hoch, eilen die Ladungen dem externen Feld nach. Die Schwingung ist gedĂ€mpft, wodurch die FeldstĂ€rke im Material geschwĂ€cht wird.

Diese beiden ursachen können Makroskopisch nicht unterschieden werden. Da die dielektrische DÀmpfung und der intrinsische Leitwert nicht unterschieden werden kann, definiert man einzig und allein oder als verlustwirkende Eigenschaft (nur bei konstanter Frequenz).

D) Verlustwinkel ^LOSS-TAN

Der Verlustwinkel ist ein Wert zur beschreibung der GĂŒte. Dieser muss immer zusammen mit einer Frequenz gegeben sein.

Mit dem Verlustwinkel lÀsst sich die permittivitÀt als Komplexwertiges Skalar definieren, um die Verluste in dielektrika zu modellieren:

Herleitung

Aus

In den Durchflutungssatz ist nun das

erhÀlt man

Man kann erkennen, dass das die dielektrische DĂ€mpfung bei einer einzigen frequenz nicht mehr unterscheidbar vom Verlust des Leitwertes ist. Wenn ein dielektrisches Medium verlustbehaftet ist, weiß man also nicht, ob der verlust von einem intrinsischen Leitwert , oder der DĂ€mpfung des Dipolmoments kommt. Der komplexe Faktor vor dem elektrischen Feld kann nun in Real und ImaginĂ€rteil zerlegt werden. Dieser Faktor gilt noch fĂŒr die gekoppelte MWG. Entkoppelt man die Gleichungen, erhĂ€lt man fĂŒr den Faktor die komplexe Fortpflanzungskonstante . Dieser ist in der Helmholtzsche Differenzialgleichung genauer erlĂ€utert.

Die gekoppelte Betrachtung ist trotzdem sinnvoll, da diese Herangehensweise dann direkt auf die Strom und Spannungsbeziehung ĂŒber komplexe Impedanzen um gemĂŒnzt werden kann. Beachtet man, dass der Verlustwinkel zwischen Zeiger und Abzisse (nicht der Ordinate!) liegt, berechnet sich der Winkel mit

Man wÀhlt nun oder zur Modellbildung.